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Manege frei in Elz – 45 Kinder werden zu Zirkusstars
Was passiert, wenn man 45 Kinder, Zirkuspädagoginnen und -pädagogen, jede Menge Zirkusmaterial und eine Woche Ferien zusammenbringt? Ganz einfach: In Elz ist plötzlich nichts mehr so, wie es vorher war. Vom 3. bis 7. August verwandelte sich die Grill- und Umwelthütte in eine kleine Zirkuswelt – und aus ganz normalen Elzer Kindern wurden innerhalb weniger Tage Artisten, Akrobaten, Jongleure und Zirkusprofis.
Zu Gast war das Team des Circus ZappZarap, einem wandernden pädagogischen Projektzirkus, der mit seinem Mitmachkonzept Kinder und Jugendliche für die Welt des Zirkus begeistert. Das Konzept passt dabei ziemlich gut zum Motto des Zirkus: „Kannst du nicht, war gestern!“ Denn genau darum ging es in dieser Woche: ausprobieren, üben, sich etwas zutrauen – und manchmal auch feststellen, dass Dinge funktionieren, von denen man vorher ziemlich sicher war, dass sie niemals funktionieren können.
Zu Beginn der Woche konnten die Kinder ganz unterschiedliche Zirkusdisziplinen kennenlernen und sich in verschiedenen Workshops ausprobieren. Da wurde jongliert, balanciert, geturnt und akrobatisiert. Wer dabei dachte, Zirkus bestehe hauptsächlich daraus, elegant eine Clownsnase aufzusetzen und drei Bälle gleichzeitig in die Luft zu werfen, musste schnell feststellen: Hinter einer gelungenen Zirkusnummer stecken ganz schön viel Übung, Konzentration und Teamarbeit.
Nach dem großen Schnuppern durften sich die Nachwuchsartistinnen und -artisten schließlich für zwei Disziplinen entscheiden. In diesen Workshops wurde anschließend intensiv trainiert. Schließlich sollte am Ende der Woche nicht nur ein bisschen herumprobiert worden sein – es stand ein großer Auftritt bevor.
Und der hatte es in sich.
Bei der großen Abschlussaufführung mit über 200 Bersucherinnen und Besuchern im Elzer Bürgerhaus hieß es schließlich: Manege frei! Eltern, Großeltern, Geschwister, weitere Verwandte und andere interessierte Menschen waren gekommen, um zu sehen, was die Kinder innerhalb nur einer Woche gelernt hatten. Und die Zirkustalente lieferten ab. Mit Lampenfieber im Bauch, Konzentration im Gesicht und hoffentlich möglichst wenigen Jongliertüchern auf dem Boden präsentierten sie ihre neu erworbenen Zirkuskünste einem großen Publikum.
Dass dabei nicht alles millimetergenau nach Plan läuft, gehört zum Zirkus natürlich dazu. Schließlich sind kleine Pannen, überraschende Wendungen und spontane Einfälle gewissermaßen die heimlichen Hauptdarsteller jeder guten Zirkusshow. Entscheidend war deshalb nicht nur, was die Kinder auf der Bühne zeigten, sondern vor allem, dass sie sich überhaupt auf die Bühne trauten.
Eine besondere Premiere gab es bereits am Vormittag: Bei der Generalprobe saßen Seniorinnen und Senioren aus den umliegenden Seniorenheimen im Publikum. Damit bekam die Abschlussvorstellung schon vor dem großen Familienpublikum ihre erste ganz besondere Fangemeinde. Und die älteren Zuschauerinnen und Zuschauer konnten erleben, wie aus den Kindern innerhalb einer Woche echte kleine Zirkusstars geworden waren.
Genau dieses gemeinsame Erleben ist auch ein wichtiger Bestandteil des ZappZarap-Konzepts. Der Projektzirkus möchte nicht nur Zirkuskünste vermitteln, sondern vor allem ein Miteinander fördern, das von gegenseitiger Akzeptanz, Offenheit, Kooperation und Toleranz geprägt ist. Zirkus wird dabei zum Lernort: Man muss sich auf andere verlassen, gemeinsam Lösungen finden und manchmal über den eigenen Schatten springen.
Und so waren die fünf Tage an der Elzer Grill- und Umwelthütte am Ende deutlich mehr als eine Ferienbeschäftigung. Die Kinder haben neue Dinge ausprobiert, ungeahnte Talente entdeckt, gemeinsam trainiert, sich gegenseitig unterstützt – und vermutlich auch den einen oder anderen Muskel kennengelernt, von dessen Existenz sie vorher nichts wussten.
Am Ende blieb vor allem eines: 45 stolze Kinder, ein begeistertes Publikum und eine Woche, in der aus „Das kann ich nicht“ ziemlich oft ein „Guck mal, ich kann’s!“ wurde.


